Ich (Harald Titt, 49 Jahre alt) bin seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich im Amateursport unterwegs. Nachdem ich anfangs 6 Jahre der Schiedsrichterei nachgegangen bin, hat es mich danach als Trainer an die Seitenlinie gezogen. Dort treibe ich mich auch aktuell als Trainer des Frauenteams vom VfL Sportfreunde 07 aus Rüttenscheid herum.

Ich kann von mir behaupten, dass ich Fairplay in den Vordergrund stelle und den Schiedsrichter als wichtigen und zughörigen Teils des Fußballspiels betrachte. Genauso vermittele ich es an unsere Spielerinnen. Ich sehe auch das als meine Aufgabe an. Ebenso auch mal den eigenen Zuschauern den Spiegel vorzuhalten, wenn sie verbal über die Stränge schlagen.

Wenn ich mir ansehe, welche erschreckenden Entwickungen sich im Amateursport über die unterste Kreisliga bis in den Jugendbereich zeigen, kann ich leider nur sagen: Ich habe es befürchtet, dass es so kommen wird. Leider.

Jeder von uns sollte sich fragen, was er dafür tun kann, dass es nicht zu Eskalationen im Fußball kommt. Das beginnt schon bei der Pöbelei im Jugendbereich. Lasst die Kinder doch einfach mal spielen, und hört auf mit dem Erwachsenendenken „einen auf Bundesliga zu machen“.

Die Leute, die meinen, für 3 Euro Eintritt bei einem Kreisligaspiel pauschal das Recht erworben zu haben, Gegner, deren Zuschauer und den Schiedsrichter zu beschimpfen, befinden sich auch im falschen Film und gehören nicht an den Spielfeldrand. Hier sollten die Vereine einfach mal einwirken.

In den sozialen Medien konnte ich doch tatsächlich Argumente wie: „Manche Schiedsrichter treten ja auch so auf, dass sie sich nicht wundern müssten…“. Dazu fällt mir gar nichts mehr ein. Wer so argumentiert, hat in meinen Augen ein grundsätzlich gestörtes Verhältnis zu unserem Hobby Fußball.

Das waren jetzt nur einige wenige Dinge, die ich aufgezählt habe. Aber allein daran sieht man schon, wo es Möglichkeiten gibt, einen Hebel anzusetzen. Lebt es vor, geht fair uns respektvoll mit Gegnern, Zuschauern und Schiedsrichtern um. Nehmt Euch und euer Umfeld in die Pflicht. Gerade wir als Trainer können sicherlich positiv auf die Dinge einwirken.

Wenn es weiterhin verhaltensauffällige, unbelehrbare, beratungsresistente Menschen in Euren Vereinen gibt, dann macht ihnen klar, wo der Ausgang ist. Nur so kann das funktionieren.

Ich wünsche uns allen zukünftig faire und vernünftige Fußballspiele. Und nicht vergessen: Es ist ein Spiel und Hobby….

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